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DIN EN 50600‑4‑7VDE 0801‑600‑4‑7

Wirkungsgrad der Kühlung (CER)

Die DIN EN 50600‑4‑7 definiert den (Cooling Efficiency Ratio, CER): das Verhältnis der aus dem Rechenzentrum abgeführten Wärme zur elektrischen Energie, die das Kühlsystem dafür verbraucht. Das Energieeffizienzgesetz verlangt diese Kennzahl seit 2024 als Angabe für das Energieeffizienzregister.

Gültige Ausgabe 2020‑11

Worum es geht

Teil 4‑7 legt den CER als Kennzahl für die Kühlinfrastruktur fest, beschreibt Messung, Berechnung und Berichterstattung und erklärt, wie der Wert zu lesen ist. Er richtet sich an Rechenzentrumsleiter, Betriebsleiter, IuK-Manager und Generalunternehmer.

Der CER bewertet die Kühlung als Teilsystem innerhalb der Rechenzentrumsgrenzen; einen Grenz- oder Zielwert legt die Norm nicht fest, und einzelne Kennzahlen werden nicht zu einer Gesamtnote zusammengefasst (DIN EN 50600‑4‑7:2020, Einleitung, Abschnitte 1 und 4).

Kernanforderungen in eigenen Worten

  1. Der CER ist ein Jahreswert in Kilowattstunden je Kilowattstunde.

    Zähler ist die gesamte abgeführte Wärmemenge, Nenner der Energieverbrauch der Kühlsysteme, beide für dieselben zwölf Monate. Die Messhäufigkeit lässt die Norm offen; sie bestimmt nur, wann der nächste rollierende Jahreswert vorliegt. Abschnitte 5.1 und 6.1.

  2. Gemessen wird die Wärme im Kühlmedium, nicht die Kälteleistung vom Datenblatt.

    Volumen und Wärmekapazität des Kühlmittels sind zu erfassen; bei direkter freier Kühlung zusätzlich die Feuchte. Redundante Leitungen werden einzeln gemessen. Abschnitt 6.2.

  3. In den Nenner gehört die ganze Kühlkette.

    Pumpen, Ventile und alle anderen Komponenten der Kühlinfrastruktur zählen mit; gemessen wird Energie in Kilowattstunden, nicht Leistung in Kilowatt. Abschnitt 6.2.

  4. Ein Bericht nennt Rechenzentrum mit Systemgrenze, Wert und Enddatum.

    Nach außen kommuniziert wird der CER nur zusammen mit den Kühlbedingungen, etwa direkter freier Kühlung oder Wassereinsatz; für diese Bedingungen sollen die zugehörigen Kennzahlen mitberichtet werden. Abschnitte 7.1 und 7.2.

  5. Kürzere Zeiträume heißen iCER, Momentanwerte CPR.

    Der unterjährige CER trägt den Messzeitraum im Namen; das (CPR) setzt Wärmelast und elektrische Leistung zum selben Zeitpunkt ins Verhältnis und dient dem Kapazitätsmanagement. Anhang D.1 und D.2.

  6. Der Kehrwert CEF zeigt den Aufwand je Teilsystem.

    Als Prozentsatz der abgeführten Wärme lässt er sich auf Rechnerraum-Klimageräte, Kältemaschine und Rückkühler einzeln anwenden und macht sichtbar, welches Glied der Kette den Strom verbraucht. Anhang D.3.

Aus der Seminarpraxis: zwei Missverständnisse

„Der CER ist der COP unserer Kältemaschine.“

Die Leistungszahl COP beschreibt eine Maschine unter festen Prüfbedingungen, der CER die gesamte Kühlinfrastruktur über ein Jahr unter realen Außentemperaturen und Teillasten. Aus der Seminarpraxis: Der Vergleich hilft beim Einstieg, aber der Jahreswert folgt dem Anteil freier Kühlung, nicht dem Katalogwert der Maschine (Anhang A.2, D.2).

„Für die Auslegung der Stromversorgung reichen die Typenschilder der Kühlung.“

Die Höchstlast der Kühlung hängt von IT-Last und Außenlufttemperatur ab, und Herstellerangaben weichen im realen Betrieb ab. In Projekten begegnet uns häufig, dass das Minimum des CPR den tatsächlichen Spitzenbedarf besser zeigt als die Summe der Typenschilder (Anhang D.2.3.2, D.2.4).

Wo Teil 4‑7 im Projekt greift

  • Planung

    Standort und Temperaturkonzept entscheiden über die Stunden freier Kühlung und damit über den Jahres-CER; höhere Kühlmitteltemperaturen verlängern den Freikühlbetrieb, aus der Seminarpraxis grob um zwei Wochen je Kelvin (Anhang C.1).

  • Gesetz

    Das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) verlangt von Betreibern jährlich bis zum 31. März Angaben für das Energieeffizienzregister, darunter die Effizienz des Kühlsystems nach DIN EN 50600‑4‑7 (§ 13 Absatz 1, Anlage 3).

  • Betrieb

    Der iCER, über der Außentemperatur aufgetragen, macht die Wirkung einer Optimierung sichtbar; Zähler mit Fernauslesung und Datenhistorie sind die Voraussetzung (Abschnitte 6.3 und 7.3).

Das schützt Sie vor einer Kühlanlage, die auf dem Papier effizient ist und im Register einen anderen Wert liefert (Abschnitt 6.2).

Stand und Revision

Gültige Ausgabe

DIN EN 50600‑4‑7:2020‑11, deutsche Fassung der EN 50600‑4‑7:2020, von CENELEC am 10. Februar 2020 angenommen.

International

ISO/IEC 30134‑7; die Zuordnung steht in den Nationalen Anhängen der Teile 4‑8 und 4‑9, nicht in einer Rechtsquelle.

Revision

keine laufende Revision bekannt. Gremium CLC/TC 215, national DKE/GK 719.

Stand geprüft

DIN EN 50600‑4‑7

Häufige Fragen

Das Verhältnis der jährlich aus dem Rechenzentrum abgeführten Wärme zum jährlichen Stromverbrauch der Kühlsysteme, beides in Kilowattstunden (Abschnitt 5.1).

Nein. Die partielle PUE liegt immer zwischen 1 und der PUE des Rechenzentrums und reagiert wenig auf Verbesserungen; der CER misst direkt die abgeführte Wärme je eingesetzter Kilowattstunde (Anhang A.1).

Betreiber von Rechenzentren im Sinne des EnEfG melden jährlich die Effizienz des Kühlsystems nach DIN EN 50600‑4‑7 an das Energieeffizienzregister; das Gesetz erfasst Rechenzentren ab 300 kW nicht redundanter Nennanschlussleistung (§ 3, § 13 Absatz 1, Anlage 3, Stand 13. November 2023).

Energie, die nötig ist, um Wärme über die Rechenzentrumsgrenze zu transportieren, zählt im Nenner des CER; die Verteilung im Gebäude dahinter nicht. Die Wiederverwendung selbst bewertet der ERF nach Teil 4‑6 (Anhang B.2).

Ja, näherungsweise. Bei gemeinsamer Kühlinfrastruktur lässt sich über den CER der Kühlanteil je Raum berechnen; die Norm nennt die Unsicherheiten dieses Verfahrens (Abschnitt 5.2, Anhang B.1).

  • DIN EN 50600‑4‑7:2020‑11, Einleitung, Abschnitte 1, 3.1, 4, 5.1, 5.2, 6.1 bis 6.3, 7.1 bis 7.3, Anhang A, B, C, D
  • DIN EN 50600‑4‑8:2023‑08 und DIN EN 50600‑4‑9:2023‑08, Anhang NC (Zusammenhang mit ISO/IEC 30134)
  • ISO/IEC 30134‑7
  • Gesetz zur Steigerung der Energieeffizienz in Deutschland (EnEfG) vom 13. November 2023, § 13, § 20, Anlage 3
  • Seminarpraxis der DCE academy: Nachhaltigkeit & Effizienz im Rechenzentrum (Durchführung November 2025), Rechenzentrum – Allgemeine Grundlagen (Durchführung April 2026), Deep Dive – Energieversorgung & Klimatisierung (Durchführung November 2023)

Glossarbegriffe

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