Taufkirchen, 21. September 2026 – Das Seminar „Liquid-Cooling, Gleichstrom und Hochbandbreiten-Verkabelung“ findet vom 1. bis 3. Dezember 2026 zum ersten Mal statt, in München. Es behandelt Kühlung, Stromversorgung und Verkabelung gemeinsam, weil sie sich bei hohen Leistungsdichten gegenseitig bedingen.
Vom 1. bis 3. Dezember 2026 führen wir das Seminar „Liquid-Cooling, Gleichstrom und Hochbandbreiten-Verkabelung“ zum ersten Mal durch, als Präsenzseminar in München. Der Termin wurde um einen Tag verschoben; frühere Ankündigungen nannten den 30. November.
Wo die Luftkühlung endet
Ein luftgekühltes Rack liegt in klassischen Server- und Netzwerkumgebungen bei 8 bis 12 kW. Systeme für KI und HPC liegen weit darüber. Hybride Flüssigkeitskühlung, bei der Prozessoren und Speicher wassergekühlt sind und der Rest luftgekühlt bleibt, reicht bis etwa 75 kW je Rack; darüber beginnt der Bereich vollständig flüssigkeitsgekühlter Systeme. Die Richtwerte stammen aus unseren Seminarunterlagen.
Vier Wege von der Luft zur Flüssigkeit
Zwischen Luftkühlung und vollständiger Flüssigkeitskühlung liegen mehrere Stufen. Rückkühltüren und Reihenkühler nehmen einen großen Teil der Abwärme aus der Luft in Wasser auf und verbessern Bestandsanlagen. Im geschlossenen Schrank zirkuliert die Luft im Schrank, ein Wärmeübertrager koppelt an das Wasser. Bei Direct-to-Chip sitzt eine Kühlplatte direkt auf Prozessor, Grafikprozessor oder Speicher. Bei Immersion umströmt eine nichtleitende Flüssigkeit die Komponenten. Auch bei Direct-to-Chip bleiben 20 bis 30 Prozent der Wärme in der Luft: Die Raumkühlung entfällt nicht, sie wird anders ausgelegt.
Die Schnittstelle heißt CDU
Der Kühlverteiler (Coolant Distribution Unit, CDU) trennt den Wasserkreis des Gebäudes vom Kühlkreis der IT und regelt Zulauftemperatur und Durchfluss. Damit klärt er auch Zuständigkeiten: Ohne CDU muss die Gebäudetechnik Wasserqualität und Taupunktabstand selbst sicherstellen. Wasser wird bei dieser Technik vom Medium zum Betriebsmittel. Korrosion, biologisches Wachstum, pH-Wert und Leitfähigkeit müssen überwacht werden, und Schläuche, Dichtungen und Filter müssen zum Temperatur- und pH-Niveau passen.
Weniger Kälte erzeugen, mehr Wärme verwerten
Pumpen brauchen für denselben Wärmetransport deutlich weniger Leistung als Lüfter; bei klassischer Luftkühlung können allein die Gerätelüfter 5 bis 10 Prozent der IT-Leistung aufnehmen. Der Wasserkreis arbeitet mit Temperaturen bis 45 °C und darüber. Das macht freie Kühlung über das ganze Jahr realistisch und verbessert die Nutzbarkeit der Abwärme, direkt im Gebäude oder über eine Wärmepumpe im Wärmenetz. Die Kehrseite: Hohe Vorlauftemperaturen können die Auswahl der Hardware einschränken.
Warum Strom und Verkabelung dazugehören
Mehr Leistung je Rack verlangt eine andere Stromverteilung. Eine USV mit Doppelwandlung erreicht einen Wirkungsgrad von etwa 95 bis 96 Prozent; die Verluste entstehen in den beiden Wandlungen. Gleichstromverteilung setzt hier an, weil sie Wandlungsstufen einspart. Für die Verkabelung empfiehlt die DIN EN 50600-2-4, sie früh zu planen und mit Stromversorgung und Klimatisierung abzustimmen. Bei hohen Leistungsdichten wird aus dieser Empfehlung eine Voraussetzung: Rohrleitungen, Stromschienen und Kabelwege teilen sich denselben Raum.
Fragen, die vor der Systementscheidung stehen
- Welche Rackleistung ist heute und in den nächsten drei bis fünf Jahren zu erwarten?
- Welche Wassertemperaturen unterstützt die vorgesehene Hardware?
- Eine CDU je Rack, je Reihe oder für das Gebäude?
- Wie wird Kondensation verhindert und überwacht, wie werden Leckagen erkannt?
- Lässt sich die Abwärme technisch und wirtschaftlich nutzen?
Was die drei Tage abdecken
Das Seminar behandelt Stromversorgung und Gleichstromverteilung, Flüssigkeitskühlung von der Kühlplatte bis zum Rückkühler, Verkabelung für hohe Bandbreiten und die Folgen für den Betrieb: Prozesse, Überwachung, Verantwortlichkeiten. Die Referenten kommen aus laufenden Projekten und arbeiten herstellerunabhängig. Das erspart Ihnen, Herstellerangaben zu drei Gewerken selbst gegeneinander abzugleichen, und es schützt vor Fehlern an den Schnittstellen, die sich nach dem Bau nur mit hohem Aufwand beheben lassen.
Termine
- bis 3. Dezember 2026 in München und 6. bis 8. April 2027 in Frankfurt am Main (Präsenz, drei Tage, Deutsch, aktueller Preis 4.195 EUR netto).
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Quellen
Seminarpraxis
- Seminarunterlagen der DCE academy zu Direct Liquid Cooling und Klimatechnik (Stand 2025/2026)
Normteile
- DIN EN 50600-2-4:2023-09, Abschnitt 5.1
